|
Neuguinea
ist (nach Grönland) die zweitgrößte Insel der Erde - von der Fläche
her ist die Insel mehr als doppelt so gross, wie Deutschland.
Politisch teilt sie sich auf in den Unabhängigen Staat Papua-Neuguinea
(seit 1975) und den westlichen Teil (West-Papua), der zu
Indonesien
gehört.
Insgesamt
leben auf der riesigen Insel nur knapp 10 Millionen Menschen;
in Deutschland sind es etwa achtmal so viele. Die knapp 10 Millionen
Einwohner (etwa 3 Mio im indonesischen Teil und knapp 7 Mio im
Gebiet des unabhängigen Staates Papua-Neuguinea) teilen sich
ein Gebiet, das fast zweieinhalb mal so gross ist, wie Deutschland.
Die Hauptstadt
des unabhängigen Inselstaats Papua-Neuguinea ist Port
Moresby, mit knapp 300.000 Einwohnern etwa so gross wie Karlsruhe
oder Mannheim. Port Moresby verfügt über einen internationalen
Flughafen. Papua-Neuguinea ist eine Parlamentarische Monarchie
und seit der Unabhängigkeit Mitglied des Commonwealth of Nations.
Formelles Staatsoberhaupt ist derzeit die britsche Königin
und zwar als Königin von Papua-Neuguinea.
Papua-Neuguinea
hat einen enormen Aussenhandelsüberschuss, es werden also
sehr viel mehr Waren ausgeführt, als importiert. Zur Stabilisierung
der Wirtschaft scheint u.a. die Verwendung von Muschelgeld
beizutragen. Staatsverschuldung und Haushaltsdefizit sind traumhaft
gering. Die Kriminalitätsrate gilt als hoch, was aber wohl wesentlich
dem Umstand zu schulden ist, dass das traditionelle Rechtsverständnis
der indigenen Bevölkerung nicht korrespondiert mit dem Rechtsverständnis
unserer westlichen Welt. Es ist aber tatsächlich nicht zu
übersehen, dass vor allem Einzelreisende einem nicht zu unterschätzenden
Risiko ausgesetzt sind.
Wegen des
hohen HIV-Risikos sollten Sie sich im Falle von Gewalttätigkeiten
in jedem Fall in ärztliche Behandlung begeben. Im übrigen
ist auch zu beachten, dass homosexuelle Aktivitäten strafbar sind.
Obwohl des
Gebiet lange Zeit zum deutschen Kolonialreich gehörte, unterhält
Deutschland übrigens heute keine Botschaft in Papua-Neuguinea.
Es gibt allerdings in Port Moresby einen deutschen Honorarkonsul.
Die Einreise ist mit einem gültigen Pass möglich
(Personalausweis reicht nicht), mit dem Sie dann am Flughafen
ein Touristenvisum mit einer Gültigkeitsdauer von 60 Tagen
erhalten.
Die für Papua-Neuguinea
zuständige Deutsche Botschaft in Canberra (Australien) rät allen
Besuchern Neuguineas, sich in eine Krisenvorsorgeliste
aufnehmen zu lassen, um mit den Reisenden in Ausnahmesituationen
schnell kontakt aufnehmen zu können. Dass das nicht ganz
unbegründet ist, kann man sich schnell vorstellen, wenn man
bedenkt, dass es erst im Frühjahr 2012 den Versuch eines
gewaltsamen Staatsstreichs gegeben hat. Es war übrigens ein
Staatsstreich gegen den Quasi-Staatsstreich von 2011 . . .
West-Papua
(auch: West-Neuguinea) ist seit 1969 von Indonesien besetzt. Die
grösste Stadt des Gebietes ist Port Numbay (ehemals
Jayapura), eine wunderschön gelegene 200.000-Einwohner-Stadt
an der nördlichen Küste. Offiziell ein Teil Indonesiens
hat West-Papua natürlich keine eigene Flagge; die hier abgebildete
Flagge ist die von der indonesischen Besatzungsmacht verbotene
"Morgenstern-Flagge", die das Land nach dem Rückzug
der niederländischen Kolonialmacht 1961 eingeführt hatte.
West-Papua
gerät immer wieder in die Schlagzeilen, da hier die Natur
auf das brutalste und ohne Rücksicht auf die Langzeitfolgen
ausgebeutet wird. Insbesondere geht es um die Gewinnung von wertvollen
Hölzern (Merbau-Holz, mehr dazu unter www.tropenholz.info)
und die Ausbeutung der Rohstoffe des Landes: In West-Papua liegt
die grösste Goldmine der Welt - Quelle des größten
Reichtums und zugleich der grössten Langzeitumweltzerstörung in
West-Papua. West-Papua wird immer wieder erschüttert von
heftigen sozialen und politischen Unruhen, da die Ureinwohner
des Landes die Herrschaft Indonesiens nicht anerkennen wollen.
Obwohl West-Papua
von Landschaft, Flora und Fauna her vielleicht sogar noch interessanter
ist, als Papua-Neuguinea, ist die touristische Erschliessung wohl
sogar noch schlechter. Die indonesische Quasi-Kolonialmacht ist
an einer objektiven Berichterstattung über das Land - Umweltzerstörung,
Menschenrechtsverletzungen, Korruption etc. - nicht interessiert
und kontrolliert alle Reisen ins Land peinlich genau.
Auf ganz Neuguinea
wird Englisch gesprochen und die Pidginsprache Tok Pisin.
Ethnisch und von den indigenen (also den ursprünglich gesprochenen)
Sprachen her ist die Insel sehr vielfältig; die geografische Gestalt
des unzugänglichen Landes mit steilen Bergen und abgeschiedenen
Tälern förderte die Herausbildung vieler isolierter ethnischer
Gruppen. Es gibt insgesamt über 1000 verschiedene Sprachen
(Sprachen, nicht etwa Dialekte!).
Neuguinea
ist touristisch wenig erschlossen; jährlich besuchen nur etwa
70.000 Reisende Papua-Neuguinea (über West-Papua liegen dem
Verfasser keine Zahlen vor). Landschaft und Klima sind aber sehr
interessant und es ist eigentlich recht verwunderlich, dass Papua-Neuguinea
nicht längst zu einem der wichtigsten Urlaubsländer geworden ist.
Seit neuerem bemüht sich die Regierung von Papua-Neuguinea
um die Förderung des Tourismus.
Hier gibt
es alles von Mangrovensümpfen über Regenwald, Vulkane
und Gletscher bis hin zum Hochgebirge (höchster Berg in Papua-Neuguinea
ist der Mount Wilhelm mit gut 4.500 Meter, er ist also
fast so hoch, wie Europas höchster Gipfel, der Mont Blanc).
Der längste
Fluss der Insel, der Sepik, ist fast 1200 Kilometer lang
und fliesst in zahllosen Kehren und Schleifen durch fast unberührte
Naturlandschaften.
Vor den Küsten
faszinieren die reichhaltigsten Korallenriffe
der Welt und die Artenvielfalt der Pflanzen und Tiere auf der
Insel ist enorm. Erst seit etwa 8000 Jahren gibt es die völlig
eigenständige Entwicklung von Flora und Fauna, denn davor
war Neuguinea mit dem australischen Festland verbunden.
Schon vor
der Trennung von Australien durch die Überflutung niedrig
gelegener Landesteile (heutige "Torres-Strasse") lebten
Menschen auf Neuguinea, von deren Kultur leider nur wenige Zeugnisse
erhalten blieben. Wie fast alle Gebiete in Südostasien wurde
auch Neuguinea vor etwa 500 Jahren unter den europäischen
Kolonialmächten aufgeteilt - der Nordosten fiel unter der
Bezeichnung Kaiser-Wilhelms-Land an Deutschland. Erst vor
etwa 100 Jahren mussten sich die Deutschen von Neuguinea weitgehend
zurückziehen und erst 1975 erhielt Papua-Neuguinea die volle
Souveränität. Der Westteil der Insel ist immer noch von Indonesien
besetzt.
Flora und
Fauna sind grandios; bekannt ist die Insel vor allem für das
Vorkommen zahlreicher Paradiesvögel;
ein Grosser Paradiesvogel schmückt deshalb auch das Staatswappen
und die Landesfahne. Auch der urtümliche Helmkasuar (s.Foto)
findet hier eines seiner weltweit letzten Rückzugsgebiete. In
der Pflanzenwelt spielen Orchideen eine grosse Rolle. Lesen
Sie hier mehr über die Flora und Fauna Neuguineas.
Bis zur Fertigstellung
unserer WebSite über die Neuguinea möchten wir
Sie auf unsere Werbepartner verweisen. Sollten Sie hier nicht
fündig werden, wird Ihnen dieses "Google"-Suchfeld
helfen:
|